Wie war das noch mit der Spreu und dem Weizen?

In der Dampfercommunity entbrennt wieder ein neuer Streit. Deutsche Hersteller wehren sich nun geballt gegen billige Kopien ihrer Produkte aus China, die schon seit längerer Zeit den Markt überschwemmen. Die Kopien sind in aller Regel nicht nur von deutlich schlechterer Qualität. Sie werden zudem gerne mit dem Logo der Original-Hersteller produziert und frecherweise auch mit dem Aufdruck “Made in Germany”.

Nun stört dies die Käufer nicht. Für viele ist es einfach nur wichtig, günstig an vermeintlich gute neue Produkte zu kommen. Mangelhafte Qualität ist von diesen Käufern oft schon einkalkuliert und gemessen am Preisunterschied kein Hinderungsgrund, sprechen wir doch von einem Preis, der 10-20% des Originals beträgt. Auch den Schaden für den Originalhersteller mögen viele nicht erkennen, da sie das Original zu dem ausgelobten Preis “nie erwerben würden”. Der größte Hohn ist die Meinung, dass dadurch erst die Entwicklung neuer Produkte gefördert würde!

Dagegen halten die Befürworter der Herstellermaßnahmen, dass durchaus ein eklatanter wirtschaftlicher Schaden entsteht. Denn der Originalhersteller – ob aus Deutschland oder einem anderem Land – hat Entwicklungsarbeit in das Produkt gesteckt, Prototypen erstellen lassen und nicht zuletzt einfach eine gute Idee gehabt.

Weiterhin ist ein Hersteller/Händler, sofern er sich entsprechende Rechte am Logo, Namen und Design hat sichern lassen, verpflichtet, gegen Verstöße vorzugehen. Macht er dies nicht, wird der Schutz verwässert und der Rechteinhaber verliert seine eingetragenen Schutzrechte.

Und ob ein Original-Hersteller nun durch die Hersteller von Kopien/Plagiaten mehr Umsatz macht oder nicht, ist doch irrelevant. Der Hersteller von Klonen/Plagiaten hat es schlicht nicht verdient, mit anderer Leute (finanziellen und zeitlichen) Einsatz Geld zu verdienen. Denn mittlerweile hat sich ein regelrechter Industriezweig für Kopien/Plagiate entwickelt und dieser wartet regelrecht darauf, dass neue Entwicklungen auf dem Markt kommen, um diese billigst nachzubauen. Der Zeitunterschied zwischen dem Erscheinen des Originals und des Plagiats wird auffallend geringer – oft nur noch wenige Wochen.

Unbestritten haben Original-Produkte einen hohen Preis. Einen Preis, den sich viele Dampfer nicht leisten können. Aber ebenso ist es Fakt, dass ein Dampfer mit geringen finanziellen Mitteln mittlerweile Produkte von Massenwaren-Herstellern beziehen können, die langlebig und günstig in den laufenden Nebenkosten sind. Also kann auch das schmale Portemonnaie nicht als Rechtfertigung herhalten, auf billige Kopien/Plagiate zurückgreifen zu müssen!

Bewahre uns vor solchen Politikern

Reichstag in Berlin

„Reichstag mit Wiese2“. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

In den sozialen Netzwerken wird geschimpft, gehetzt und zu Revolutionen aufgerufen. Und zwar gegen die Politik Deutschlands, der EU und auch der USA. Nach meinem Empfinden sogar zu Recht. Ich gehöre schließlich auch zu diesen Unzufriedenen und oute mich auch mal als Putin-Versteher. Getan wird indes nichts – von niemandem, auch nicht von mir! Und das ist auch gut so. Warum?

Es gibt in den sozialen Netzwerken eine angenehme Art der Kommunikation über die Kommentarzeile. Diese regt zu Diskussionen untereinander an und sollte bestenfalls dazu beitragen, sich mit neuen Informationsquellen auseinanderzusetzen, um den eigenen Horizont zu erweitern. In Wirklichkeit wird diese Funktion oftmals nur genutzt, seine gefestigte Meinung kund zu tun und bis auf das Messer zu verteidigen. Würden andere Meinungen akzeptiert, wäre dies auch legitim. Legitim ist meiner Ansicht nach nicht, Menschen mit einer anderen Meinung persönlich anzugreifen.

Diese Angriffe starten gerne mal in Frotzeln und enden damit, diese Menschen lächerlich zu machen. Das Ziel ist, diese Personen öffentlich zu diskreditieren und ihnen die Motivation zu nehmen, sich weiter an solchen Diskussionen zu beteiligen. So diskutiert man nur noch mit Personen, deren Meinung die eigene widerspiegeln. Die Folge: aus Spekulationen und Meinungen werden Fakten.

Offensichtlich merken diese Protagonisten ihrer eigenen Revolution nicht, dass sie sich selbst in politischen Diskussionen ins Abseits stellen. Sie fördern im kleinen das, was sie in der Politik kritisieren. So haben diese Personen wohl noch nichts von der Meinungsfreiheit des Einzelnen gehört. Was, wenn diese Menschen bei uns Politik machen würden? Gott bewahre…

 

Kehrt der Antisemitismus zurück nach Deutschland?

Laut Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nimmt der Antisemitismus schockierende Ausmaße an. Jüdische Mitbürger würden ihn fragen, ob sie wieder die Koffer packen müssten. Jüdische Mitbürger würden bedroht und es habe bereits Übergriffe auf Synagogen gegeben.

Dieter Graumann vermisst eine Welle der Sympathie der deutschen Zivilgesellschaft den Juden gegenüber. Die politische Elite dagegen verhalte sich vorbildlich, sowie auch die Medien.

Kehrt der Antisemitsimus wirklich in erschreckender Form zurück oder werden wenige antisemitische Demonstrationen dazu genutzt, mit Übertreibungen neue Schuldgefühle zu wecken? Wird Antisemitismus gar bewußt mit der Kritik an Israel’s Kriegstreiben in Gaza gleichgesetzt?

Diese beiden Fragen beantworte ich für mich jeweils mit einem JA. Warum? Zum einen habe ich das Gefühl, dass der Zentralrat der Juden – in Person Dieter Graumann – die Opferrolle der Juden weiterhin pflegt. Und damit auch die Täterrolle der Nichtjuden. Das Handeln der Nationalsozialisten darf nicht vergessen werden, aber die derzeitigen Generationen kennen die grausamen Vorkommnisse “nur” aus Geschichtsbüchern und bei Interesse aus Dokumentationen. Sie haben noch nicht einmal passiv mit den Geschehnissen zu tun. Es wird also eine generationsübergreifende Sippenhaft gepflegt.

Anstatt anzuerkennen, dass die heutigen Generationen mit den Greueltaten nichts zu tun haben, scheint der Zentralrat der Juden sehr bedacht darauf zu sein, den Nachkommen zu suggerieren, latent  das Potential zur Wiederholung der Geschichte in sich zu tragen! SO macht man sich sicherlich keine Freunde. Eine Freundschaft basiert nämlich auf gegenseitigem Respekt. Schuldgefühle können keine Basis sein. Das zeigt auch schon das Märchen der Gebr. Grimm “Von dem Fischer und seiner Frau“. Presst man zuviel aus jemandem heraus aus Gründen der Dankbarkeit/Schuldgefühle/Verpflichtung, so kehrt sich dies ins Gegenteil um.

Herr Graumann definiert als aktuellen Aufhänger für den Antisemitismus den Konflikt in Gaza. Hier sei in der Tat richtiggestellt, dass nicht pauschal die Juden den Konflikt vorantreiben, sondern der Staat Israel. Da der Staat Israel grundsätzlich für die Juden gegründet wurde, wäre es sinnvoll, eine klare Abgrenzung zwischen Jude und Israeli zu ziehen, da das Judentum “nur” eine religiöse Ausrichtung ist. Diese Aufgabe fiele allerdings dem Zentralrat der Juden zu. Aufklären statt Anklagen! Im Gegenteil gießt er sogar noch Öl ins Feuer mit der Aussage, “In unseren Herzen sind wir bei den Menschen in Israel, und wenn Israel in der Existenz bedroht, beschossen und ungerecht behandelt wird, dann erwacht unser Beschützerinstinkt. Aber das darf doch nicht dazu führen, dass man uns als Juden hier mit Hetze, Hass und Häme verfolgt.”

Einerseits möchte Herr Graumann eine Differenzierung zwischen Juden und Israelis, anderseits scheint er das Handeln Israels im Nahostkonflikt für legitim zu erachten – so auch der Großteil der jüdischen Gemeinde. Kritisiere ich nun sein Denken, bin ich dann bereits ein Antisemit? Wird der Antisemitismus dazu benutzt, den Nichtjuden in seiner Meinungsfreiheit zu beschneiden, da er befürchten muss, als Antisemit klassifiziert zu werden?

Ich selbst bin ganz sicher kein Antisemit. Und ich lasse mir auch nicht den Stempel als solchen aufdrücken, wenn ich Kritik am Nahostkonflikt und damit insbesondere an Israel übe. Dass Demonstrationen unterwandert werden von tatsächlich antisemitischen Personen, wird sich nicht verhindern lassen. Das sollte eine gesunde Demokratie jedoch aushalten können; ebenso, wie eine offene und ehrliche Freundschaft, die auf Respekt und gegenseitiger Achtung basiert und nicht auf das permanente Einreden von Schuld- und Pflichtgefühlen.

Aber auch hier darf man natürlich nicht pauschal urteilen. Es gibt durchaus Juden, die dem Handeln Israels kritisch gegenüber stehen und auch differenzerien zwischen Antisemitismus und Kritik am Staate Israels. Es gibt derer sicherlich noch viel mehr! Statt Anklage wäre ein Dialog sinnvoll!

So z.B.

oder auch

Wer soll für den Sport bezahlen?

Der Deutsche Fussballbund (DFB) hat das EM-Qualifikationsspiel Deutschland-Gibraltar von Bremen nach Nürnberg verlegt. Der Grund der Verlegung ist, dass die Landesregierung der Hansestadt Bremen den Fussballverband an den Kosten für den Polizeieinsatz während des Spiels beteiligen möchte. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht dies indes nicht ein, da dies wohl einer Vereinbarung widerspricht, die getroffen wurde auf der Innenminister-Konferenz.

Wird der Fussballverband nicht beteiligt, muss der Steuerzahler für alle Kosten aufkommen. Ist das gerecht? Warum muss ich als Steuerbezahler an Kosten beteiligt werden, die ich nicht verursache?

Man könnte das Solidaritätsprinzip als Argument einbringen. Dem gegenüber stelle ich aber, dass die Fussballspiele Einnahmen generieren. Meiner Ansicht nach ist der Fussball kein Volkssport mehr, sondern nur noch eine große Geldmaschine.

Das würde mich nicht weiter stören, wenn diejenigen, die den Umsatz generieren und vereinnahmen, auch die Kosten übernähmen. So ergeht es schließlich jedem gewinnorientierten Unternehmen. Dem Verein Werder Bremen und der Weserstadion GmbH erleiden einen finanziellen Schaden in Höhe von 600.000 Euro. Warum kommt mir keine Träne? Ließe sich mit dem Geld nicht locker für die Sicherheit im Stadion sorgen?

 

NETTO ist kein Pfifferling wert

„2007-07-14 Cantharellus cibarius“ von Andreas Kunze - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

„2007-07-14 Cantharellus cibarius“ von Andreas KunzeEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Der NETTO Markendiscount hat mal wieder ein sehr gutes Angebot beworben für den heutigen Tag: Pfifferlinge, 400 Gramm zu einem Preis von 3,33 Euro. Die Öffnungszeiten der NETTO-Filialen bei uns im Umkreis sind Samstags von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet. Erscheine ich also um 14.00 Uhr in einer NETTO-Filiale, behaupte ich, nicht kurz vor Schließung der Filiale ein Angebot in Anspruch nehmen zu wollen, das den ganzen Tag gültig ist.

Ich gehe also zunächst in die neue große Filiale in Neckargemünd und muss um 14.00 Uhr feststellen, dass das Angebot bereits ausverkauft ist. So fahre ich also in eine kleinere Filiale nach Bammental (14.15 Uhr), um mir auch dort von einer Mitarbeiterin anhören lassen zu müssen auf Nachfrage nach den Pfifferlingen: “Die sa’ scho’ ausverkauft.” Keine Entschuldigung und auf meine Anmerkung, dass das Angebot den ganzen Tag gelte und wir doch erst Mittag hätten, kam gar keine Reaktion.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin mit Sicherheit kein Geizhals, der nur auf Schnäppchensuche ist, aber das empfinde ich als Frechheit, zumal dies mittlerweile schon des öfteren vorkam. Die Pfifferlinge waren zu diesem Preis als Knallerangebot für den heutigen Tag im Werbeprospekt deklariert und so erwarte ich auch eine angemessene Verfügbarkeit der beworbenen Artikel. Dieses Angebot ist mal wieder ein reines Lockangebot gewesen.

Was hat dieses Lockangebot bewirkt? Ich habe den Einkaufswagen leer wieder rausgeschoben und meinen Wocheneinkauf woanders getätigt. In einem solchen Fall bin ich nämlich Prinzipienreiter und kaufe auch die anderen Artikel meines Einkaufszettels nicht in einem Laden, der meint, mich mit einem nichtvorhandenen Lockangebot zu weiteren Einkäufen ködern zu können. Netto unter’m Strich hat NETTO mit mir also keinen Umsatz gemacht – auch nicht mit der weiteren Köderattacke in Form von Rabattaufklebern bis 20%. Diese landeten im NETTO-eigenen Mülleimer.

Gekauft habe ich meine Pfifferlinge letztlich bei REWE und der Rest des Einkaufswagens ging auch auf deren Kappe. NETTO bekommt auch zukünftig ein “Nein, danke!” von mir, denn der Laden ist für mich keinen Pfifferling mehr wert.